Kritisieren oder Feedback geben - Der feine Unterschied

Kritisieren oder Feedback geben? Da gibt es einen Unterschied. Blogartikel von Martina M. Schuster, Life und Business Coach Ausbildungen, AuditiveCoach© Ausbildungen, Coaching Akademie ConAquila GmbH. Fotoquelle: Canva

Das Beurteilen steckt in jedem von uns. Und oftmals sparen Menschen nicht damit, ihre Urteile auch heraus zu posaunen. Wenn dann Gegenwind vom Betroffenen kommt, heißt es "Sie können wohl kein Feedback vertragen" oder "Sie können wohl keine Kritik vertragen?" Es gibt aber hierbei zwei Aspekte, die zu beachten sind:

 

1. Feedback ist nicht gleich Kritik.

2. Der Ton macht die Musik.

 

 Und deshalb möchte ich dieses Thema hier etwas beleuchten, denn Feedback und Kritik liegen eng beieinander. Dennoch sind sie nicht gleichbedeutend. Allgemein finden wir beide Begriffe z. B. in den Bereichen der Kommunikation, des Konfliktmanagements, der Führungslehre oder auch innerhalb der Teamarbeit. 

Kritik

Wenn wir das Wort „Kritik“ hören, denken wir meist automatisch an die Hervorhebung von Schwächen. Konstruktive Kritik dagegen soll uns erheben und klüger machen, bezüglich unseren Verhaltens oder des entsprechenden Gegenstandes der kritisiert wird. Über die Konstruktivität einer Kritik kann man lange Diskussionen führen. Nicht umstritten ist, dass negative Kritik in der Regel destruktiven bzw. verletzenden Charakter hat, sei es in der Partnerschaft, bei Mitarbeitern oder Kollegen, gegenseitiger selbstwertschonender Umgang sollte unsere Devise sein.

 

Killerphrasen in der Kommunikation

 

Kritik kommt manchmal im Gewandt einer der folgenden Killerphrasen daher, man nennt sie auch Todsünden. Diese solltest Du auf jeden Fall vermeiden:

 

  • Herunterspielen der Gefühle des Gegenübers: "Ich habe Angst" "Du musst doch keine Angst haben, kannst Du nicht sehen, dass das irrational ist!"
  • Ratschläge geben und Lösungen anbieten, ohne aufgefordert zu sein.
  • Killerphrasen, wie "so ein Quatsch"
  • Forderungen stellen : "Wenn Du das nicht einsehen kannst, dann frage ich mich wirklich, ob Dir noch zu helfen ist"
  • Unterstellungen
  • Kalenderspruchweisheiten in Szene setzen: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Also bemüh' Dich erst gar nicht mehr. In Deinem Alter!" oder "Der frühe Vogel fängt den Wurm"

Kritik hat stets den Beigeschmack des "Ich kann Dich beurteilen" was so viel bedeutet, wie "Weil ich Dich beurteilen kann, stehe ich über Dir". Ein Urteil fällen kommt oft in die Nähe des „Verurteilens“. Achte  doch einmal darauf, wie Deine Kollegen und Kolleginnen beim Verteilen von Kritik umgehen. Und wie gehen Du damit um?

 

Zum Umgang mit harscher Kritik

 

Fast jedes Urteil, das über uns gefällt wird, hat nicht mit uns zu tun! Hier offenbart sich lediglich der "Angreifer" in seinem Innenleben. Es sagt vieles über ihn selbst und nichts über uns. Aber sich wehren und rechtfertigen macht es leider zu unserer Sache. Deshalb ist die beste Reaktion, sich nicht zu verteidigen bzw. zu rechtfertigen. Sage stattdessen z. B. einfach: „Aha, das erstaunt mich, darüber muss ich nachdenken.“ Das gibt Dir Zeit, um Abstand zu gewinnen, aber es schützt Dich auch vor einer möglichen Auseinandersetzung. 

 

Feedback geben

Selbstwertschonender und wertschätzender ist die Methode des Feedbackgebens. Wobei die Grenzen zur konstruktiven Kritik manchmal fließend sind. 

 

Was ist Feedback?

 

Das Wort „Feedback“ heißt wortwörtlich übersetzt: "zurück füttern". Und das führt uns zum Sinn und Zweck: ein Feedback soll nahrhaft sein, aufbauend, es soll unterstützen und weiterbringen.

 

 

Feedback kann wichtig sein

 

Feedback soll dazu dienen den sogenannten "blinden Fleck" zu verkleinern, jener Teil unserer Außenwirkung, den wir selbst nicht wahrnehmen, aber die anderen um uns herum. Lernen wir den besser kennen, so ist es kein blinder Fleck mehr, sondern wir werden uns dann noch bewusster. Unser Selbstbewusstsein steigt an.

 

 

Feedback nicht um jeden Preis – es gibt Regeln

 

Die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Feedback ist nur dann gewährleistet, wenn eine Vertrauensbasis zwischen den Gesprächspartnern herrscht. Wir alle neigen dazu, Verhaltensweisen, die bei anderen wahrgenommen werden, zu interpretieren und zu bewerten. Dabei nehmen wir oft Rückschlüsse bezüglich der Motive des Verhaltens und der Charaktereigenschaften des Gegenübers vor. Aber beim Feedback müssen wir auf der Ebene der Beobachtungen bleiben, d. h. eine gewissse Objektivität gewährleisten, um mögliche Projektionen und falschen Interpretationen vorzubeugen.

 

Deshalb gilt es Regeln einzuhalten. Unterlässt man dies, so kann man viel Porzellan zerschlagen. Generell sollten wir nur dann Feedback geben, wenn es von uns gefordert wird. Entweder weil man uns darum bittet, oder weil wir aufgrund einer Führungsposition dazu verpflichtet sind.

 


Die Coaching-Ausbildungen der ConAquila Akademie. Für alle die mehr wollen!

Life Coachingausbildung von Martina M. Schuster, ConAquila Akademie
Die Basisausbildung 'Life Coaching' mit Offline, Online, Präsenzmodus. Die perfekte Basis zur Professionalität.
Coaching mit Musik, Klang & Gesang, von Martina M. Schuster
Die Aufbauausbildung AuditiveCoaching© - Coaching mit Musik, Klang & Gesang
Business Coachingausbildung von Martina M. Schuster, ConAquila Akademie
Aufbauausbildung Business Coaching für Life Coaches & Therapeuten


7 Regeln für Feedbackgeber

  1. Feedback gibt man nur mit Einverständnis des Gesprächspartners.
  2. Vermeide auf jeden Fall, das Verhalten des anderen direkt zu bewerten wie z. B. "Du bist unfair. Warum nimmst Du meine Anrufe nicht entgegen, wenn ich nicht an meinem Platz bin?" D. h. keine Wertung abgeben. Sondern beschreibe die jeweilige Situation und Verhaltensweise so konkret und sachlich wie nur möglich ("Ich habe festgestellt, dass Du meine Anrufe nicht entgegennimmst, wenn ich nicht an meinem Platz bin.")
  3. Denke auch daran, dass das Verstehen die Grundvoraussetzung für die Wirksamkeit Ihres Feedbacks überhaupt ist. Deshalb formuliere die Inhalte einfach und verständlich. Stelle auch sicher, dass Du alles verstanden hast, in dem Du wertschätzend nachfragst, wie z. B. 'Habe ich Dich richtig verstanden, dass ...?'
  4. Das Feedback soll im Hier und Jetzt abgegeben werden, also zeitnah. In der Regel innerhalb der nächsten 24 Stunden. Offenheit und Wertschätzung sind Vorraussetzung. Niemals sollte man den anderen verbal dabei angreifen oder verletzend sich äußern.
  5. Keine Vergleiche, keine Pauschalisierungen oder allgemeine Floskeln verwenden.
  6. Benutze nur "Ich-Aussagen" anstatt anklagende "Du-Aussagen".  Z. B. Ich sehe, dass .
  7. Verbinde Feedback mit Tipps und gegebenenfalls Hilfestellungen für den Feedbacknehmer.

Hier können Sie das Trainingsbuch: Konfliktfähigkeit stärken bestellen =>



Eine Regel für den Feedbacknehmer

Hier gibt es nur eine Regel, dafür ist dies aber eine echte Herausforderung: Sie offen offen für Verbesserungen und rechtfertigen Dich  nicht. Evtl. kannst Du ein Dankeschön oder „ich denke darüber nach“ folgen lassen. Hin und wieder kommt es vor, dass ein/e Kollege/In fragt: "Soll ich Dir Feedback geben." Wenn Du hier ein mulmiges Gefühl hast, sage einfach: "Nein, vielen Dank. Ich würde im Bedarfsfall auf Dich/Sie zukommen."

 

©Martina M. Schuster

Artikel 2015 erstmals erschienen im Blog Mindful Living und dann am 20. September 2016 bei boxofhappiness.de

Bildquelle: Canva


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    TrackMan (Donnerstag, 29 August 2019 10:54)

    Ich lese Ihre Artikel gerne, und ich finde es gut, wenn nun alle zusammengelegt werden. Perfekt.

  • #2

    Tess (Donnerstag, 29 August 2019 10:55)

    Danke für die Nachricht und für das Zusammenlegen der Blogs. Ich habe diesen Artikel gerne gelesen und freue mich, ihn jetzt zusammen mit den anderen auf einer Seite zu finden.

Zwei Newsletter (Life & Business) - Entscheiden Sie sich für einen oder für beide

Themen des Lebens

Smart & Mindful Living - Im Fokus stehen div. Lebensthemen & Life Coaching. Zum Anmelden auf das Bild klicken oder hier.

Businessthemen

Smart & Mindful Working - Themen aus dem Arbeitsleben, Führungsthemen  & Business Coaching. Zum Anmelden auf das Bild klicken oder hier.

Beides

Sie möchten Smart & Mindful Living und Working abonnieren? Wunderbar. Zum Anmelden auf das Bild klicken oder hier.



D.I.S.G. Profile und Trainings

Coachingbrief Smart & Mindful Living von Martina M. Schuster
Coachingbrief November 2018, auf das Bild klicken

IHK zertifizierte Business Coachin

Individual Coaching, Life und Business Coaching, Mentoring, Training von Martina M. Schuster
Hier geht's zu den Individualangeboten von Martina M. Schuster

Hier können Sie meinen Blog abonnieren.

RSS Feed meiner Blogartikel
RSS Feed meiner Blogartikel

Studium der Betriebswirtschaftslehre und Psychologie


Mitglied der Deutschen Musiktherapie Gesellschaft
Mitglied der Deutschen Musiktherapie Gesellschaft

Hier geht's zum Selbstcoachingbog



Die Stimmentfaltungskurse ersehen Sie bitte hier

Sound Healer Kurse von Martina M. Schuster
Leistungen im Überblick - auf das Bild klicken
Leistungen im Überblick - auf das Bild klicken

ConAquila ist Kooperationspartner von CAI World.