Faktoren der erfolgreichen Mitarbeiterführung

Mitarbeiterführung ist nicht immer einfach, muss jedoch zu der Kernkompetenz einer Führungskraft   mit Personalverantwortung gehören. Denn nicht umsonst unterscheidet man Fach- und Führungskarrieren. 

Im Folgenden möchte ich die wichtigsten  Erfolgsfaktoren einer erfolgreichen Mitarbeiterführung skizzieren - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. 

 

Offene Kommunikation

Offene Kommunikation ist die Grundlage für Mitarbeitermotivation und -integration. Denn nur wer über alles informiert wird, was seine Arbeit betrifft, kann seine Leistung voll und ganz einsetzen und fühlt sich als Teil eines Ganzen. Werden Ergebnisse sofort kommuniziert und alle Informationen offengelegt, ist eine Vertrauensbasis vorhanden, auf der alle aufbauen können. Wenn Misstrauen und Tabus den Alltag bestimmen, wirkt sich dies negativ auf die Loyalität aus. Themen mit emotionaler Sprengkraft z. B. werden verschwiegen, und Sie als Führungskraft haben mit den Konsequenzen früher oder später nicht nur umzugehen, sondern auch zu verantworten. Bauen Sie auf ein gegenseitiges Vertrauen, das fördert nicht nur die Motivation, sondern auch das Vertrauen zu Ihnen und dem Unternehmen, an dessen Ziele schließlich alle gemeinsam arbeiten.

 

Profitieren Sie von Mitdenkern

Viele Führungskräfte würden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, würden sie auch nur annäherungsweise wissen, zu welchen Leistungen ihre Mitarbeiter fähig sind. Dies zeigt sich oft nach Dienstschluss. Die einen bauen in Eigenregie ein Haus, andere sanieren ein Gebäude, um ihre Oldtimer unterzubringen, die fachmännisch restauriert werden. Wieder andere erziehen Kinder, pflegen Angehörige oder führen große Vereine. Viele Menschen haben am Arbeitsplatz bereits resigniert aufgegeben und spulen Dienst nach Vorschrift ab, weil sie nicht gehört werden. Gerade das geistige Potenzial von Mitarbeitern ist sehr wichtig, um Probleme im Unternehmen lösen zu können. Erschließen Sie sich dieses Potenzial, und reden Sie ab und zu mit Ihren Mitarbeitern. Arbeitnehmer, die wie in 1. beschrieben, auch offen Zugang zu allen Informationen haben, sind i. d. R. gerne bereit, sich hier einzubringen. Denn jeder Mensch möchte seine Kreativität und Ideen einbringen, niemand will nur ein anonymes „Rädchen im System“ sein.

 

Weiterbildung fördern

Wollen Sie Mitarbeiter haben, die auf dem Laufenden sind, so gehört das Lernen zum Alltag. Das ist in fast jedem Arbeitsumfeld wichtig. Gerade in der heutigen Zeit ist dies ein zentraler Punkt und existenzieller Wettbewerbsfaktor. Dabei sollte jeder Mitarbeiter selbst über seine Weiterbildung entscheiden dürfen. So entstehen Freiräume, die nicht nur dem Selbstwertgefühl des jeweiligen Mitarbeiters gut tun (aufgrund des Vertrauens, welches ihm hier entgegengebracht wird), sondern auch mögliche neue kreative Potenziale entwickeln sich, die auf den Erfolg des Unternehmens mehr als erwartet positive Auswirkung zeigen. 

 

Verantwortung übertragen

Viele Studien haben es bereits bestätigt und aus unserer Erfahrung heraus wissen wir es längst: die Motivation steigt, wenn dem Mitarbeiter die Entscheidungsfreiheit zu 100 %  in seinem eigenen Arbeitsbereich übertragen wird. Dadurch werden unter anderem auch Wartezeiten, Diskussionen vermieden und der Koordinationsaufwand hinsichtlich unnötiger Kontrollen wird auf das Mindestmaß reduziert. 

 

Vertretungsfähigkeit garantieren

Vertretungsfähigkeit fällt dann ins Gewicht, wenn ein Mitarbeiter ausfällt, und ein anderer muss die Arbeit mitmachen. Probleme treten nur dann auf, wenn der Arbeitnehmer in seinem vorgegeben und abgegrenzten Funktionsbereich arbeitet. Genau dann lösen Krankheit oder Urlaub von Mitarbeitern Engpässe und Diskussionen aus, wie zu vertreten ist. Idealerweise sollten sich die Mitarbeiter selber schulen. Dazu entwerfen die Mitarbeiter einen Schulungsplan, und stellen ihr Wissen bereichsübergreifend zur Verfügung. So gibt es keine Engpässe und die bereichsübergreifende Einsetzbarkeit ist gewährleistet.

 

Mitgenießen und Mitbesitzen

Dabei geht es um Erfolgs- und evtl. sogar um eine substanzielle Kapitalbeteiligung für Mitarbeiter. Denn wenn wir am Erfolg beteiligt sind und idealerweise noch eine substanzielle Kapitalbeteiligung am Unternehmen halten, steigt unsere Verantwortungsgefühl für den unternehmerischen Erfolg deutlich. Doch Achtung: die Erfolgsbeteiligung kann motivatonal nur greifen, wenn der Mitarbeiter auch einen klaren und direkten Einfluss auf den Erfolg hat. Muss er die Fehlentscheidungen seiner Kollegen oder Vorgesetzten mit ausbaden, dann sinkt die Motivation in den Keller, und die innere Kündigung liegt bereits auf dem Tisch. Hier gibt es die Variante von Boni. Denn über einen Bonus als Anerkennung freut sich jeder, wenn das Geschäftsjahr gut gelaufen ist. Die Mitarbeiter sollen von den Früchten des unternehmerischen Handelns partizipieren, schließlich haben sie diese auch erwirtschaftet. Machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Mitunternehmern. Denken Sie stets daran:  „Wer seine Mitarbeiter mit Erdnüssen bezahlt, muss sich nicht wundern, wenn er von lauter Schimpansen umgeben ist.“ (Klaus Kobjoll). Dies führt zum letzten Punkt: 

 

Wertschätzung der Mitarbeiter

Die Galup-Studie zeigt immer wieder, dass Arbeitnehmer nicht in ersten Linie für Geld arbeiten. Es geht zu einem großen Teil um echte Werte wie Wertschätzung, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit. Hierarchische Master-Underdog-Strukturen werden immer stärker verurteilt. Und das zu recht. Die Mitarbeiterbedürfnisse müssen, will die Führungskraft verantwortungsvoll führen, bekannt sein. Deshalb sollte man nicht zögern, diese zu erfragen und die Erkenntnisse entsprechend umzusetzen. Hier geht es sicherlich nicht darum, abstruse Wünsche der Mitarbeiter zu erfüllen, jedoch hat jede am Leistungserstellungsprozess beteiligte Person ihre anzuerkennenden Bedürfnisse hinsichtlich der Zurverfügungsstellung ihrer Arbeitsleistung. Eine Kultur des Lobens ist mittlerweile Minimalforderung, die jedoch nur in den wenigsten Unternehmen ehrlich praktiziert wird. Damit ist definitiv nicht gemeint, dass man „von oben lobt“, sondern es geht hier um echte Wertschätzung. Dazu reit sich das Feedback geben ein. Wenn Sie als Führungskraft wissen, wer Ihre Mitarbeiter sind und Sie wertschätzen ihre Bedürfnisse, können Sie mit der größtmöglichen Unterstützung Ihres Teams rechnen. Das ist Ihre Basis für Ihren Erfolg.

 

Beginnen Sie sofort, dann können Sie den Erfolg schon bald ernten.

 

Martina M. Schuster

 

 

Bilder: Martina M. Schuster, Fotolie, pixabay




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Kommentare: 1
  • #1

    werner wittmann (Samstag, 23 Januar 2016 13:09)

    Führung: heißt führen und vorangehen und behandele andere so wie du behandelt werden möchtest.