Auf Kernkompetenzen konzentrieren

 

 

Eine Frage vorweg: Kennen Sie die Kernkompetenzen Ihres Unternehmens?

 

Wenn Sie diese Frage nicht auf Anhieb beantworten können, sind Sie in guter Gesellschaft. Denn nicht wenig Mitarbeiter kennen die Kernkompetenzen des eigenen Unternehmens nicht. Manchmal sind sie in der Führungsetage auch nicht so ganz klar, bzw. sind überhaupt nicht im Fokus und sind dann eben nicht die Grundlage der strategischen Ausrichtung. Doch das ist sehr wichtig. Denn nur wenn die Kernkompetenzen im Blick behalten und stets hinterfragt werden, ist das Unternehmen zukunftstauglich. Um diese geht es in meinem heutigen Artikel. 


Was sind Kernkompetenzen?

Es gibt viele wirtschaftswissenschaftliche Abhandlungen darüber, was nun die Kernkompetenzen eines Unternehmens ausmachen. In den einschlägigen Lexika findet man in diesem Zusammenhang auch den Begriff ‚Core Competence’. Der Begriffsteil ‚Core‘ - zu Deutsch ‚Kern‘ und soll nun das ‚Wesentliche‘ beschreiben. Das heißt es geht hier im weitesten Sinne um die Bündelung von den wesentlichen Kräften, die ein Unternehmen hat, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. 

 

Kernkompetenzen sind somit von zentraler Bedeutung für jedes Unternehmen. Und da wir uns schon seit einiger Zeit im globalen Verdrängungswettbewerb befinden, ist es daher wichtig, sich mit allen Kräften auf diese Kernkompetenzen zu konzentrieren, denn daraus ergeben sich Wettbewerbsvorteile. Darüber hinaus ist es  ebenso wichtig, in steter Weise die bisherigen genau zu beäugen und eventuell neue aufzubauen. So bleibt das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich im Markt bestehen.


Beispiel: Nokia und die Gummistiefel

 

Die meisten von uns kennen wohl Nokia im Zusammenhang mit den ersten am Markt verfügbaren Handys. Diese Firma wurde bereits 1865 als Papiermühle gegründet. Sie gehörte zu einem Industriekonglomerat, welches auch Gummi- und Kabelwerke produzierte. Und so kam es, dass unter der Marke ‚Nokia‘ Gummistiefel verkauft wurden. Stellen Sie sich vor, das war der Ursprung einer der größten Hightech-Konzernen. Aber ab den 70er Jahren des vergangen Jahrhunderts lieferte das Unternehmen verstärkt Produkte für den Telekommunikationssektor. Sie sehen, Kernkompetenzen können sich ändern unter anderem auch aufgrund von ganz bewussten strategischen Entscheidungen. 


Um praxisrelevant zu bleiben, könnte man nun folgendes sagen:

 

Kernkompetenzen 

  • sind besondere Fähigkeit, Fertigkeiten oder Technologien, über die das Unternehmen verfügt.
  • wurden oft durch langjährige Entwicklungsprozesse und Erfahrungen gewonnen.
  • haben ein bzw. mehrere Alleinstellungsmerkmal/e und können somit nur schwer vom Mitwettbewerb nachgemacht werden.
  • können manchmal auf eine Vielzahl von Märkten übertragbar sein.

Sich die Kernkompetenzen des eigenen Unternehmens bewusst machen

Falls Sie ein eigenes Unternehmen haben, oder Führungskraft sind, dann können Sie sich mit Hilfe dieses Portfolios die Kernkompetenzen Ihrer Firma bewusst machen. Es besteht aus einem Koordinatenkreuz mit folgenden Größen: 

  • Die x-Achse beschreibt die Kompetenz im Vergleich zum Wettbewerb. Ist diese größer oder kleiner?
  • Die Y-Achse beschreibt den Kundenwert. Es geht hier also um die Frage, wie die Kunden selbst den Wert der Leistung einschätzen. Wie wichtig ist dem Kunden die Eigenschaft des Produktes, der Leistung etc.

Die vier Felder des Portfolios

Kompetenzlücken

Eine vom Kunden als wichtig eingeschätzte Fähigkeit ist im eigenen Unternehmen unterentwickelt. 

 

Kernkompetenzen

Die Eigenschaft wird vom Kunden als hoch und wichtig eingeschätzt und sie wird in Ihrem Unternehmen auf exzellente Weise für den Kunden realisiert.

 

Kompetenzstandards

Standards werden vorausgesetzt. Der Kunde misst somit dieser Fähigkeit keine wirkliche Bedeutung zu. 

 

Kompetenzpotenziale

Hier geht es um Potenziale, die das Unternehmen hinsichtlich der Kompetenz in eine hervorragende Position rücken kann. Allerdings wird dieses Potenzial bisher (noch) nicht vom Kunden gesehen, und somit ist der Wert für den Kunden auch noch nicht besonders hoch. In diesem Bereich befinden sich die Kernkompetenzen von morgen.



Jetzt sind Sie an der Reihe

Listen Sie nun Ihre einzelnen Kernkompetenzen auf  z. B.

  • Auftragsabwicklung
  • Produktion
  • Lieferung bzw. Distribution

Bei Dienstleistungen untergliedern Sie ähnlich. Skalieren Sie dabei das Koordinatenkreuz von 1 - 10 und schätzen Sie zunächst innerhalb einer Liste - wie die untenstehende - die Punkte ein. 1 = niedrig. 10 = hoch

 

Unsere Kernkompetenzen sind:  Kundenwert  Kompetenz
 1. Auftragsabwicklung 9

2.    
3.    
4.    
5.    

Danach tragen Sie die Ergebnisse in das Portfolio. Et Voilà oft wird hier - so einfach diese Analyse auch ist - einiges klarer als vorher. Beim Punkt 1. liegt somit eine Kompetenzlücke vor, in diesem Bereich ist die Chance gering, Kernkompetenzen zu entwickeln. Vielleicht können Kenntnisse von anderen Unternehmen genutzt werden, zum Beispiel durch Outsourcing, um entsprechend den Kundenwert zu bedienen. 

 

Treffen nun überdurchschnittliche Fähigkeiten auf wichtige Bedürfnisse des Kunden, so landen Sie im Feld der Kernkompetenzen. Diese stellen die zukünftigen Kerngeschäfte da. Bündeln Sie die Anstrengungen im Unternehmen auf diesen Bereich. Hier können Sie nur schwer vom Wettbewerb imitiert werden und Wettbewerbsvorteile können ausgebaut werden. 

Martina M. Schuster - Coaching & Consulting

Bilderquelle: copyright canva



Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Andreas (Sonntag, 14 Januar 2018 21:28)

    Der Artikel ist sehr gut und zeigt mir dass auch ich die Kernkompetenzen meines Unternehmens nicht kenne (obwohl ich im Bereich R&D Tätig bin)

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