Das Prinzip der Achtsamkeit

Achtsamkeit schafft Freude

Die Achtung vor dem Leben und der Schöpfung ist für mich ein Grundwert, den ich stets an vorderster Stelle nenne, wird nach meinen Werte gefragt. Doch was genau bedeutet Achtsamkeit für mich und mein Leben? Diese Frage, so denke ich dann, sollte ich mir öfter stellen. Und in welcher Reihenfolge soll ich denn achtsam sein? Zuerst meiner Umwelt und dann mir gegenüber?  Ich glaube es ist gut, wenn ich zunächst achtsam mir gegenüber bin. Mir selbst mit Achtung zu begegnen, gibt mir Kenntnis über mein eigenes Innenleben, Wünsche, Ängste und Ziele. Kenne ich mich in meinem Selbst, dann stehe ich fest (nicht starr), gleichzeitig flexibel und gelassen mit beiden Beinen auf dem Boden, in meinem Leben, in meiner Mitte. Aus dieser Warte heraus fällt es mir leicht dem Außen mit Achtsamkeit zu begegnen. Ich fühle mich gut und wohlwollend.

 

Schaue ich mir den Begriff "Achtsamkeit" an, so kommt mir "Aufmerksamkeit" in den Sinn,  gegenüber mir selbst, einer anderen Person oder aber auch gegenüber einer Sache. Wenn ich nun genau hinschaue, stecken in "Aufmerksamkeit" zunächst zwei Worte, nämlich "auf" und "merken". "Auf" könnte das "Offen sein" meinen,  um zu "merken" was gerade geschieht in meinem Erleben, d. h. Fühlen und Denken aber auch im Außen, was sich da tut.  In dem Wort "Achtsamkeit" selbst steckt zum Einen das Wort "achten". Hier stelle ich eine Verbindung zu "Achtung" her, im Sinne des Aufmerkens, der Anerkennung aber auch der Fokusierung bzw. Wachheit, was das Wort "Achtung" automatisch in uns hervorruft. Zum anderen erkenne ich das Wort: "sam" (AchtSAMkeit). Der Samen, das Samenkorn, aus dem etwas entsteht aus dem etwas entspringt. Für mich bedeutet es, die stille innere Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, in Verbindung mit dem Außen, mit dem was gerade passiert. 

 

Achtsamkeit heißt nicht beurteilen oder urteilen, "... weil das so und so ist, bin ich aufmerksam, achtsam ..." "... habe ich Achtung davor ...". Bei ur"teilen" finden wir das Wort "teilen". Bei der Achtsamkeit geht es aber gerade nicht um das Teilen von z. B. Gut und Böse etc.  oder Achtung zu haben vor einer Gegebenheit oder einem Menschen, nur weil sie bzw. der Mensch ist WIE sie/er ist, sondern  dass dieser SO IST wie er ist.  Es gilt vielmehr, die "Ganzheit" zu achten. Ich glaube, dass wahre Achtsamkeit nur innerhalb eines beurteilungsfreien Geistes geboren und geschaffen wird. Offen, neugierig und bereit für das was jetzt geschieht und geschehen wird. Sich staunend wie ein Kind dem Moment hingeben. Wenn ich mein Gegenüber achte, dann heißt es ich nehme ihn wahr, ich bin aufmerksam ihm gegenüber mit dem Ziel und dem Verlangen, ihn zu erkennen, ihn zu schätzen lernen, einzuschätzen - ohne zu beurteilen. 

 

Und was heißt das nun in meinem Alltag? Tatsächlich übe ich mich darin und merke, dass es mir manchmal nicht so recht gelingen will. Der urteilende Geist zerstört dann diese kreative offene und schier grenzenlose Freiheit. Dennoch, ich übe mich darin, und wenn es mir gelingt, bin ich überaus glücklich und frei. 


 

"Aus der Achtung kommt das Staunen und aus dem Staunen kommt die Freude. Achtsame Verbundenheit mit allem was uns umgibt, macht auch mich unbesiegbar." ... aus "Shaolin"

 

 

Ich glaube, das ist eine gute Leitschnur in einer Zeit, die so viele Veränderungen und manchmal auch Unsicherheiten mit sich bringt. Achtsamkeit heißt nicht einseitig auf die Wünsche anderer einzugehen, sondern Achtung zu haben vor sich selbst und dem was uns umgibt, dieses zu erkennen und anerkennen, weil es ist wie es ist. Das heißt auch die eigenen Werte zu kennen und in Achtung zu gehen, wenn diese überschritten werden, damit die eigenen Grenzen auch gesetzt, gleichermaßen beschützt und ggfs. verteidigt werden zu können. Klar und mutig. Aus der Achtsamkeit kommt die Ein"Sicht" in mich selbst und auch in mein Gegenüber. Daraus entsteht Er"Kenntnis", diese macht gelassen, ruhig, standhaft, schenkt ein Lächeln. Und wo ein Lächeln wirkt, geht der Same der Freude auf. 

 

Ihre und Eure Martina M. Schuster